Anleihen und das Risiko durch die Corona Krise

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Die Coronavirus-Krise hat Schockwellen auf den globalen Finanzmärkten ausgelöst. Während der Schwerpunkt bisher hauptsächlich auf dem Einbruch der Aktienmärkte lag, könnte sich der Schaden an den Kreditmärkten und Anleihen für Emittenten von Unternehmen letztendlich als bedeutender erweisen und das Pleite Risiko von Unternehmen erhöhen.
Auswirkungen von Corona

Anleihen und andere Finanzierungsmöglichkeiten sind auf zwei Arten von der Krise betroffen: Durch das Coronavirus platzen Investment oder andere Kredite, die sich seit der globalen Finanzkrise aufgebaut haben. Zweitens ist es die direkte Ursache für eine Veränderung des Verbraucherverhaltens, die zu einem beispiellosen Rückgang der Unternehmensgewinne führen wird und das Pleite Risiko erhöht.

Während die geplatzte Blase möglicherweise nur zu einer Korrektur der Kredite und Anleihengeschäfte geführt hat, dürfte der Einbruch der Verbrauchernachfrage für viele Kreditnehmer zu einer Kreditkrise führen. Am besorgniserregendsten ist, dass nicht klar ist, wer es lösen kann.

Die Unternehmenskreditmärkte waren bereits vor dem Ausbruch wackelig, vor allem aufgrund des Rekordwachstums bei Unternehmenskrediten und -anleihen in Europa und weltweit. Der enorme Anstieg der Hebelwirkung war systemweit und insbesondere in Marktsegmenten allgegenwärtig, die bereits verschuldet waren.

Beispiel USA:
In den USA hat sich der Leveraged-Loan-Markt ohne Investment Grade-Rating seit 2007 auf 1,3 Billionen US-Dollar mehr als verdoppelt, während der auf US-Dollar lautende High-Yield-Anleihenmarkt um über 65% auf 1,6 Billionen US-Dollar gestiegen ist. Die größte und am schnellsten wachsende Bereich war das BBB-Segment mit dem niedrigsten Rating, dessen Größe sich im gleichen Zeitraum pro S & P Dow Jones-Indizes vervierfachte.

Mögliche Ursachen

Ebenso besorgniserregend waren die Tendenzen zu lockeren Beschränkungen für Kreditnehmer und einer Verschlechterung der Ertragsqualität. Anscheinend hat der größte Teil des Marktes für Leveraged Loans vergessen, da mehr als 75% der in den letzten zwei Jahren ausgegebenen Leveraged Loans nicht die gleichen Anforderungen pro LCD enthalten. Darüber hinaus waren die Kreditgeber zunehmend bereit, Unternehmen die Möglichkeit zu geben, ihre Cashflow-Zahlen zu erhöhen.

Experten warnen seit Monaten davor, dass Unternehmenskredite besonders anfällig für Korrekturen sind. Die Befürchtungen von Finanzexperten werden sich bald verwirklichen. Seit dem 20. Februar sind die Märkte für Hochzinsanleihen um 16% bzw. 14% gesunken, da der Markt begonnen hat, das Risiko neu zu bewerten. Sie Experten schätzen, dass diese Verluste noch schlimmer werden können und werden.

Die Coronavirus-Pandemie wirkt nicht nur als Katalysator für eine Kreditkrise, sondern hat auch tiefgreifende negative Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Noch besorgniserregender ist vielleicht die unbestimmte Zeit, wie lange die Krise noch andauern wird. Niemand weiß wirklich, wie lange Schutzmaßnahmen zu Hause erforderlich sein werden. Die Kombination aus katastrophalen Gewinnen und Unsicherheit dürfte die von den Anlegern geforderten Risikoprämien in die Höhe treiben und dazu führen, dass das Kapital auf den Anleihenmärkten noch teurer wird. Wenn sich die Kreditgeber mit Verlusten zurückziehen, wird die Korrektur der Kredite sehr hoch ausfallen.

Was macht der Staat?

Regierungen und Zentralbanken haben massive Konjunkturpakete angekündigt, darunter umfangreiche Kreditprogramme zur Stärkung der Kreditnehmer von Unternehmen. Diese Programme sind sowohl gerechtfertigt als auch beeindruckend, und die Märkte haben positiv reagiert. Diese umfangreichen Kreditprogramme kommen jedoch nicht direkt Emittenten ohne Investment Grade-Rating zugute, auf die allein Anleihen und Kredite in Höhe von fast 300 Milliarden Euro entfallen. Insbesondere die Emission von Schuldtiteln mit Investment-Grade-Rating in der vergangenen Woche stellte einen Rekord auf, während die Emission von Hochzinsanleihen insgesamt 0 Euro betrug.

Die Finanzexperten begrüßen fiskalische und geldpolitische Anreize, müssen jedoch anerkennen, dass diejenigen in den unteren Ebenen der Unternehmenskredite nicht oder nur kaum von diesen Maßnahmen profitieren können. Es wird zu einem starken Anstieg der Ausfälle führen.

Dies wird sich auf Kredite in Höhe von Milliarden Euro auswirken, darunter sowohl Unternehmen ohne Investment-Grade Rating als auch die große Anzahl von Emittenten, die aufgrund der Coronavirus Krise herabgestuft wurden. Privates Kapital könnte diese Lücke füllen, aber mit voraussichtlich steigenden Risikoprämien wird der Preis hoch sein. Und so wird eine Ausfallspirale bei hochverzinslichen Anleihen- und Leveraged Loans bestehen bleiben, da diese Unternehmen keinen Zugang zu Liquidität haben, um Zahlungsausfälle abzuwenden.
Fazit
Wir stehen aktuell noch am Anfang einer weltweiten Pandemie, die uns sowohl sozial, wirtschaftlich und finanziell an unsere Grenzen bringt. Trotz der Milliarden Kredit- und Anleihemöglichkeiten für Unternehmen, prognostizieren Finanzexperten, dass es noch verheerende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben wird, wenn wir nichts unternehmen.
Viele Unternehmen werden diese Krise nicht überstehen, wenn sie nicht von staatlicher Seite aus unterstützt werden (Hilfskredite bei der KfW-Bank). Die Regierung kann nur so viel tun, um die Privatindustrie zu stützen. Wie in jeder früheren Rezession wird es für Privatanleger jedoch eine überzeugende Gelegenheit geben, die Bilanzen vieler Unternehmen zu stützen und gleichzeitig hochattraktive Renditen zu erzielen.