Christoph Grote von der KFM und die „virus-immunen“ Investments

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In einem Interview sagte der Direktor für institutionelle Kunden bei der Düsseldorfer KFM Deutsche Mittelstand AG, Christoph Grote, vor kurzem, dass das Unternehmen eine Menge Anleihen in seinem Segment habe, die „virus-immun“ seien, darunter auch im Immobilienbereich.

Wir halten eine derartige Einschätzung natürlich für völlig ignorant und auch unglaubwürdig. Herr Grote, der laut KFM-Webseite seit 2017 für den „institutionellen Vertrieb des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS zuständig“ ist, sollte den Markt realistischer einschätzen können. Nicht nur, dass die Nachfrage nach privaten Wohnimmobilien aufgrund der unklaren Situation zurückgehen wird, auch gewerbliche werden darunter leiden.

Als Zuständiger für den Deutschen Mittelstandsanleihen Fonds sollte Herr Grote auch wissen, dass dieser unter anderem an der FCR Immobilien AG beteiligt ist, die stark in Gewerbeimmobilien in 2b-Lage investiert. Dieses Konzept von Falk Raudies birgt schon zu normalen Zeiten ein großes Risiko, in der jetzigen Situation potenziert sich dieses aber noch. Wer möchte schon Immobilien erwerben, bei denen der Ankermieter aktuell keine Miete mehr zahlt und bei dem die Zukunft völlig unklar ist?

Als weiteres „immunes“ Investments nannte Herr Grote in dem Interview einen Spielehersteller. Wieso sollte dieser immun gegen die Krise sein? Derzeit haben diverse Läden geschlossen, bei denen man Spiele erwerben kann. Und wenn den Leuten in Zukunft weniger Geld zur Verfügung steht, wird auch bei Reaktivierung der Innenstädte weniger konsumiert werden.

Aus unserer Sicht zeugen die Aussagen jedenfalls nicht von Kompetenz und geben die aktuelle Situation und deren möglichen Auswirkungen nur unzureichend wieder. Wenn sämtliche KFM-Mitarbeiter solche Realitätsvorstellungen haben, dann kann man dort nur von einem Investment abraten.