Hoffnung auf Corona-Medikament lässt Aktienkurs steigen

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Die Hoffnung darauf, dass ihr Medikament Remdesivir erfolgreich gegen das Coronavirus eingesetzt werden kann, hat den Kurs des amerikanischen Pharmazie- und Biotechnologieunternehmen Gilead Sciences beflügelt.

Nachdem gestern das Universitätsklinikum Chicago von der Wirksamkeit von Remdesivir berichtet hatte, stieg der Aktienkurs des Unternehmens nachbörslich im Nasdaq-Handel um 16,41 Prozent auf 89,10 US-Dollar und auf dem deutschen Parkett von 70,08 auf 83,50 Euro. Mit der heute eintretenden Ernüchterung ist er wieder etwas gesunken und liegt derzeit (11 Uhr) bei rund 79,30 Euro.

An der Studie hatten laut einem Bericht auf der Medizin-Onlineplattform STAT, 125 an Corona Erkrankte teilgenommen, davon 113 mit schweren Verläufen. Bei fast allen Patienten zeigte das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Mittel eine rasche Wirkung, so dass die meisten nach weniger als einer Woche aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten.

Ein großes Manko der Studie liegt wohl darin, dass es keine vergleichbare Kontrollgruppe gegeben habe. Die Untersuchungen werden fortgeführt.

Das Pharmaunternehmen Gilead Sciences erklärte, dass die Daten noch weiter analysiert werden müssten, um daraus verwertbare Schlüsse zu ziehen. Die Uniklinik wies in einer E-Mail zudem daraufhin, dass diese Teildaten aus einer laufenden Studie stammten, welche unerlaubt aus einem internen Forum für Wissenschaftler veröffentlicht worden seien.